[Rezension] Tochter des Flusses

Bildquelle/Verlag

Verlag: Selfpublishing

Autor: Dana Graham

Reihe: Einzeltitel


Tochter des Flusses erzählt die Geschichte von Leane, die durch einen Piratenüberfall zur Waise geworden ist und vom Landgraf aufgezogen wird. Doch das Leben auf dem Hof bringt ihr kein Glück, weder in der Liebe noch für ihre Zukunft. Als Leane erfährt, dass sie in ein Kloster geschickt werden soll, flüchtet sie in die Wasserburg, gerät dabei an Jargo und mit ihm zwischen die Fronten einer unvergessenen Fehde zwischen den Völkern. Hier beginnt Leanas Suche nach ihrer Bestimmung und dem Geheimnis um ihre wahre Herkunft.


Cover

Das Buch hat ein hervorragend illustriertes Cover, das farblich sehr schön aufeinander abgestimmt ist. Auch wenn ich, nach dem Lesen des Buches, eher Muscheln darauf erwartet hätte, finde ich das Cover gut gelungen und ansprechend.


Inhalt

Die Geschichte wird aus mehreren wechselnden Perspektiven erzählt, die sich aber allesamt auf die Hauptprotagonisten beschränken und die Erzählung gut vorantreiben.
Zu Beginn wird der Leser mit der Vorgeschichte konfrontiert, bei der viel Inhalt auf wenigen Seiten zusammengefasst wird. Auch wenn es am Anfang alles etwas zu schnell geht, nimmt es nach den ersten paar Seiten einen angenehmen Fluss an, bei dem der Leser nicht mehr das Gefühl hat, getrieben zu werden. Zur Mitte des Buches hin, wenn es um die Schwimmübungen geht, wünscht man sich sogar die Hast der ersten Seiten zurück, denn diese Passage ist leider etwas langatmig geworden.
Das Ende ist der Autorin, Dana Graham, bis auf den schnellen Abschluss der Suche nach dem Schatz und der Q&A-Fragerunde, sehr gut gelungen.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und sympathisch. Selbst Ima, die ich zu Beginn gar nicht mochte, konnte im Verlauf der Geschichte Pluspunkte sammeln.
Graham hat ihre Charaktere so gestaltet, dass man als Leser lange Zeit nicht weiß, wer tatsächlich der Böse ist, da viele das Potential dazu haben.
Das einzige Manko ist die Naivität und gestelzte Uneinsichtigkeit der Protagonistin. Nicht nur ein Mal wünscht sie sich im Nachhinein, ihren Gegenüber ausgeredet haben zu lassen (und ich mit ihr).


Handwerk

Dana Graham hat es geschafft die Spannung im gesamten Verlauf des Buches gut aufrecht zu erhalten, ohne auf wahnsinnig aufregende Kämpfe setzen zu müssen. Es ist leicht zu lesen und gut verständlich.
Auch werden viele interessante Fragen aufgewor
fen, die jedoch großteils im Rahmen einer Befragung beantwortet werden: alle auf einmal. Schöner wäre es gewesen, wenn diese Fragen im Verlaufe der Geschichte nach und nach beantwortet worden wären.
Was auffallend ist, und mich manches Mal genervt hat, war das häufige Stirn in Falten legen, sowie die Selbstgespräche, die immer nach dem gleichen Muster ablaufen: Erst sprechen die Gedanken, dann antwortet der Protagonist mit wörtlicher Rede. Dieses Verhaltensmuster ist ja in Ordnung, hätte aber bei einem Charakter gereicht.


Fazit

Die Autorin konnte mich erfolgreich an das Buch fesseln, denn ich habe es an einem Tag durchgelesen. Es gibt zahlreiche unerwartete Wendungen und Geheimnisse, die es zu Lüften gilt, die den Roman bis zum Schluss spannend gestalten. Als Selfpublishing-Titel ist das Buch absolut lesenswert und muss sich vor den Verlagsbüchern ganz sicher nicht verstecken.

sternsternsternsternstern0

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