[Rezension] Faunblut

Bildquelle/Verlag

Verlag: cbt

Autor: Nina Blazon

Reihe: Einzeltitel


Cover

Das Cover ist eine schön gestaltete Illustration eines Auges. Es ist zwar schön anzusehen, wäre mir aber in der Buchhandlung alleine dadurch nicht aufgefallen. Das Buch habe ich (vor einigen Jahren bereits) gekauft, weil mir andere Bücher der Autorin gefallen hatten. Nachdem ich das Buch gelesen habe muss ich sagen: Zumindest farblich hätte man das Auge auf die Farben der Augen eines Hauptcharakters abstimmen können. Aber darüber lässt sich problemlos hinweg sehen 🙂


Inhalt

In Faunblut geht es um Jade, ein Mädchen, dass bei ihrem Vater aufwächst und ihm beim Betreiben seines Hotels am Ufer der Wila hilft. Sie leben in einer Stadt, die vermehrt von Echos heimgesucht wird, grausige, menschenmordende Wasserwesen. Tam und Faun werden angeheuert, die Stadt von den lästigen Monstern zu befreien und finden dabei Unterkunft im Hotel Larimar. Während ihres Aufenthaltes kommen sich Jade und Faun näher und eine zarte Liebe entsteht zwischen ihnen, die für beide allerdings mit großen Gefahren verbunden ist und schlimmstenfalls den Tod bedeuten könnte. Denn nicht nur die Echos haben Geheimnisse, die sie zu hüten versuchen.
Der Roman von Nina Blazon ist eine gelungene Mischung aus Liebe, Verrat und Hoffnung.

Die Charaktere konnte ich, bis auf eine Ausnahme, direkt ins Herz schließen. Sowohl Jade, als auch Faun waren sympathisch und charismatisch. Aber auch die Nebencharaktere, speziell Jades Vater Jakub, Moira und Martyn waren wundervoll ausgearbeitet.
Im Verlaufe der Geschichte macht Jade zu Beginn allerdings keine Entwicklung durch. Sie hat den Wunsch ein besseres Leben zu führen und hält daran auch, teils etwas naiv, auf den ersten 300 Seiten verbissen fest. Erst zum Ende hin wird sie mehr zur Heldin, macht eine Entwicklung durch und wird stärker in ihrer Persönlichkeit.
Lediglich mit Lilinn, der Köchin des Hotels Larimar und Jades beste Freundin, konnte ich nichts anfangen. Sie war für mich einfach schlecht greifbar und schwer einzuschätzen. Diese Meinung verstärkte sich im Verlauf der Geschichte, als auch sie eine wichtigere Rolle in der Erzählung übernahm.

Die Welt, in der die Geschichte spielt, ist detailreich und gut vorstellbar. Auch erhält der Leser direkt den Eindruck, dass sich die Autorin viele Gedanken um die Hintergründe gemacht hat, denn jedes Detail hat Hand und Fuß.

Das Buch konnte mich von Anfang an begeistern. Ich habe fast die kompletten 478 Seiten an einem Tag gelesen, weil ich dieses Buch nicht weglegen wollte. Auch kam es mir zu keinem Zeitpunkt langatmig vor, die Geschichte wartet regelmäßig mit neuen Geheimnissen auf, die die Spannung gleichmäßig ansteigen lassen.


Handwerk

Nina Blazon hat das Handwerk verstanden und verinnerlicht. Die Beschreibungen sind sauber formuliert und gut nachvollziehbar. Sie hat ihre Welt glaubwürdig gestaltet und den Charakteren eine Stimme verliehen. Anders als in anderen Büchern, sind mir hierbei nicht einmal nervige Wortwiederholungen aufgefallen. (Damit meine ich allerdings keine Wortwiederholungen, die ein Autor ungeschickterweise eingebaut hat, sondern um Lieblingswörter. Autoren haben Lieblingswörter. Die sie benutzen und benutzen und benutzen. In Faunblut ist mir so etwas nicht begegnet.)


Fazit

Faunblut ist schön geschrieben, hat tolle Charaktere und eine großartige Welt, in der alles stimmig erscheint. Zwar konnte mich die Geschichte nicht so richtig begeistern, weil mich die Enthüllungen und Überraschungen dann doch nicht so sehr überrascht haben, doch ich hatte trotzdem eine Menge Spaß beim Lesen und kann es nur weiterempfehlen. Leser, die gerne in Fantasiewelten eintauchen, die nicht vor Drachen und Magiern nur so strotzen und dabei eine zarte Liebesgeschichte erleben möchten, werden mit diesem Buch viel Spaß haben.

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