[Rezension] Der Duft von Büchern und Kaffee

Bildquelle/Verlag

Verlag: Selfpublishing

Autor: Jacqueline Vellguth

Reihe: Einzeltitel


Der Duft von Büchern und Kaffee erzählt die (Liebes-)Geschichte von Amy und Ryan. Amy ist eine junge Frau, die für ihr Leben gerne im Buchladen von Beatrice arbeitet und sich bereits ihre Zukunft darin ausmalt. Zumindest bis Teilzeit-Rocker Ryan ins Spiel kommt, der Enkel von Beatrice. Die alte Dame hat sich, um demnächst in ihren Ruhestand gehen zu können, einen Wettbewerb für die beiden ausgedacht: Sie sollen ihre eigene Zukunftsvision vom Buchladen ausarbeiten und den jeweils anderen davon überzeugen. Doch beide verfolgen zu Beginn unterschiedliche Ziele. Hier beginnt eine interessante Geschichte über Kindheitsträume und die Liebe.


Cover

Das Cover des Selfpublishing-Titels ist professionell gestaltet und ansprechend. Da das Thema Kaffee in dem Roman eine herausragende Rolle spielt, passt es sowohl zum Titel als auch zum Inhalt des Buches.


Inhalt

In Der Duft von Büchern und Kaffee geht es um die zarte Liebe zwischen zwei jungen Menschen, die sich durch einen Wettbewerb kennen und lieben lernen.
Amy geht in ihrem Beruf vollends auf und kann sich nicht vorstellen jemals etwas anderes zu machen. Ryan ist ein Musiker aus Leidenschaft und hat eine ganze andere Vorstellung vom Buchladen. Er würde am liebsten eine Bar daraus machen, in der er gemeinsam mit seiner Band spielen kann, was Amy natürlich so gar nicht gefällt. Und so bemühen sich beide, den jeweils anderen von den Vorzügen seiner eigenen Idee zu überzeugen, denn beide hegen eine tiefe Leidenschaft für ihre Vision.

Die Charaktere habe ich allesamt recht schnell gern gewonnen. Es gab in dem Buch weder bei den Protagonisten, noch bei den Nebencharakteren jemanden, der nicht auf Anhieb sympathisch war. Das bot zwar leider etwas wenig Angriffsfläche, stürzte den Leser aber auch nicht in komplizierte Beziehungen. Beide Protagonisten haben ihre Dämonen aus der Vergangenheit mitgebracht, weswegen ihnen der Einstieg in ihre neue Liebesbeziehung deutlich erschwert wird.
Hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Das Potential war absolut da. Weswegen es, meiner Meinung nach, nicht vollständig genutzt wurde, seht ihr im Fazit.

Der Konflikt, den die Autorin herauszustellen versuchte, war mir allerdings nicht stark genug. Amy und Ryan haben sich zu Beginn des Romans kennen gelernt und mochten sich von Anfang an, hier gab es keinerlei Schwierigkeiten. Lediglich ihre höchsteigenen Probleme aus der Vergangenheit, auf die überwiegend auch nur oberflächlich eingegangen wurde, bildeten den wahren Konflikt.

Die Welt, in der das Buch spielt, hier also New York, fand ich sehr gut recherchiert. Als Leser hatte ich wirklich das Gefühl, dass sich die Autorin in den Straßen auskennt und alles sehr detailgetreu beschreiben kann.


Handwerk

Das Buch ist angenehm leicht zu lesen, handwerklich solide ausgearbeitet, und reicht mit seinen 218 Seiten für einige Stunden Lesevergnügen.
Die Spannung konnte die Autorin über den ganzen Roman hinweg aufrecht erhalten, es gab keine Passage, die mir zu langatmig erschien.
Was mir allerdings auffiel, waren einige Wiederholungen. So wurden im gesamten Buch zahlreiche Arme und Schultern gelegt und unendlich oft summte etwas, von Gefühlen, bis hin zu Körperteilen.


Fazit

Die Geschichte, die die Autorin in dem Buch erzählt, ist eine schöne Liebesgeschichte mit einem tollen Ende. Viele Leser sind davon geradezu begeistert und das Buch hat es sogar auf einen sehr guten Platz im Amazon-Ranking geschafft. Auch ich habe das Buch gerne gelesen und im Nachhinein nicht das Gefühl gehabt meine Zeit verschwendet zu haben.
Wie im Bereich Inhalt angedeutet, hätte ich mir allerdings mehr Tiefe gewünscht bzw. einen stärkeren Konflikt. Dafür war auf 218 Seiten aber, verständlicherweise, kein Platz. Das kommt davon, dass dieses Buch der Teil eines Experimentes der Autorin ist. Jacqueline Vellguth schreibt nämlich 12 Bücher in 12 Monaten. Hut ab an dieser Stelle. Effektiv gesehen bleiben der Autorin gerade einmal zwei Wochen, ein vollständiges Buch zu schreiben. Zwei Wochen mehr hätten diesem Roman vermutlich aber nicht geschadet. Dennoch: Das Buch ist gut und mehr Wert, als die Autorin hierfür verlangt.

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