[Rezension] Evolution – Die Stadt der Überlebenden

Bildquelle/Verlag

Verlag: Arena

Autor: Thomas Thiemeyer

Reihe: Band 1 von 3


Inhalt

In Evolution – Die Stadt der Überlebenden geht es um eine Gruppe Jugendlicher, die für einige Monate in die USA reisen möchten. Das Flugzeug gerät in einen Sturm und muss daraufhin am Denver Airport notlanden. Hier stellt sich schnell heraus, dass sich die Welt verändert hat. Der Flughafen ist leergefegt, von Menschen gibt es keine Spur mehr. Die Natur hat sich, nach einem Kometeneinschlag, ihr Territorium zurückerobert und die Tiere stehen jetzt in der Nahrungskette an erster Stelle. Die Protagonisten müssen sich nicht nur in einer völlig fremden Welt in ferner Zukunft zurechtfinden, sondern auch den Gefahren der Natur und der Tiere trotzen, die unerbittlich Jagd auf die Gruppe machen.
Doch es gibt Hoffnung: Die Gruppe erfährt durch ihre Recherche, dass es Überlebende gibt. Und diese gilt es zu finden.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, was aufgrund der Fülle an Inhalt und Informationen auch nötig ist. Mir persönlich war es aber zu viel. Zu viele Erzählstimmen, zu viele Personen. Ich musste das eine oder andere Mal zurückblättern, um zu schauen, aus wessen Sicht das Ganze jetzt erzählt wird.
Da wir gerade sowieso beim Thema Informationen sind: Streckenweise hat es sich für mich so angefühlt, als würde ich gerade ein Sachbuch über die möglichen Folgen einer Klimakatastrophe lesen. Der Infodump hielt sich zahlenmäßig zwar in Grenzen, aber wenn er kam, dann ausschweifend.
Das, was vermittelt wurde, erschien mir aber gut recherchiert zu sein. Auch hat Thiemeyer sehr gekonnt „aktuelle“ Ereignisse und Tatsachen aufgegriffen, hat von der Sonde Philae erzählt und den aktuellen Stand der Wissenschaft einfließen lassen.

Die Welt, in die uns der Autor versetzt, hat mich begeistert. Die Natur hat sich die verfallenen Gebäude der Menschheit zu eigen gemacht, die Tierwelt hat sich weiterentwickelt und die letzten Reste der Zivilisation sind nur noch sporadisch zu finden. Unsere Erde hat eine Evolution durchgemacht.
Auch die Geschichte hat mich fasziniert, zumindest zu Anfang. Ich musste leider ganze 200 Seiten lang warten, bis die Handlung wirklich vorangetrieben wird. Es gab keinen Konflikt zwischen den Protagonisten. Würde eine Gruppe von Menschen, die gerade erfahren hat, dass die Zivilisation nahezu ausgelöscht ist, wirklich nicht anders reagieren? Es gab keine Rangelei, keinen Streit, kein wahnsinnig-werden. Da hätte ich tatsächlich mehr erwartet. Und das, was nach 200 Seiten dann passiert, hat mich leider auch nicht überzeugen können.
Trotzdem muss ich an diesem Punkt noch einmal einhaken. Der Autor hat es geschafft, mich 200 Seiten lang bei Laune zu halten, ohne das etwas passiert, was man nicht außer Acht lassen sollte. Das ist zum Einen dem guten Schreibstil des Autors zu verdanken, zum Anderen aber auch den Cliffhangern, die er gezielt am Ende der Kapitel einsetzt.


Fazit

Der Roman ist ein Mehrteiler und von Anfang an als solcher ausgelegt gewesen. Wer das erste Buch liest, muss das Zweite auch lesen, denn sonst hat man von der Geschichte kaum etwas erfahren. Ich hatte am Ende sogar vielmehr das Gefühl, dass das erste Buch lediglich als Einführung in die Welt dienen soll. Es lässt mir zu viele Handlungsstränge offen.
Vielleicht würde sich meine Meinung ändern, wenn ich auch das zweite Buch lese. Aber aufgrund der Richtung, die die Geschichte einschlägt, die mir nicht zusagt, werde ich die Reihe vorerst nicht weiterlesen.

Wenn Du das Buch auch gelesen hast, würde ich mich sehr darüber freuen, wenn Du mir in den Kommentaren einmal berichtest, wie Du es fandest 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.